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16.01.12 15:50 Alter: 123 Tage

Qualitätsinitiative Seniorenarbeit tagt im Rathaus

Am 9. Januar fand im Ahlener Rathaus ein Treffen zum Ahlener Verbundprojekt „12 Qualitätsziele in der offenen Seniorenarbeit und -bildung“ statt. Das Projekt der Stiftung Wohlfahrtspflege, das 2010 gestartet ist und an dem insgesamt 11 Kommunen in NRW teilnehmen, wird in Ahlen von PariSozial getragen und gemeinsam mit dem Verein Alter und Soziales und der Stadt Ahlen durchgeführt.

Die Qualitätsziele sollen als Instrument zur Überarbeitung der Seniorenarbeit vor Ort dienen, u.a. geht es um die Erreichung neuer Zielgruppen wie ältere Migranten und Ältere mit Behinderung, aber auch um die Unterstützung von Ehrenamtsstrukturen. Im Ahlener Verbundprojekt widmet sich jeweils eine Trias aus Wohlfahrtsverband, Stadt und Ehrenamtlichem diesen Fragestellungen.

Mehr als 20 ehren- und hauptamtliche Teilnehmer aus Ahlen, Dorsten, Herford und Paderborn diskutierten unter der Moderation von Ursula Woltering (Leitstelle Älter werden) und Maria Nortmann (PariSozial Ahlen) mit Jutta Stratmann von der Fachberatung für Sozialplanung und Bürgerengagement, die die Qualitätsinitiative fachlich begleitet. 

Am Nachmittag gab es einen Fachvortrag von Vera Miesen vom Forschungsinstitut Geragogik zur Entstehung und praktischen Umsetzbarkeit der 12 Qualitätsziele vor Ort. Hierbei wurde unter anderem diskutiert, ob nicht eher die Lebenslage als das biologische Lebensalter entscheidend für die Ansprache und Angebote der offenen Seniorenarbeit sei. Die Teilnehmer waren sich einig, dass „wir weg von der Betulichkeit müssen.“ Angesichts des demographischen Wandels und sinkender kommunaler Ausgaben für die freiwillige Aufgabe der Seniorenarbeit seien neue Strukturen und Anspracheformen gefragt. Auch dürfe man sich nicht mehr nur den klassischen  Zielgruppen widmen, sondern müsse stärker als bisher ebenso Ältere mit Migrationshintergrund ansprechen, die bisher kaum erreicht werden.

Im zweiten Teil sprachen Einrichtungsleiter Wilfried Röhler und Franz Schlotmann vom St. Vincenz-Heim in Neubeckum zum Thema „Freizeitgestaltung für ältere Behinderte“. Die Zielgruppe älterer Behinderter gerät erst seit einigen Jahren ins Blickfeld der Seniorenarbeit und auch der Politik. Das liegt daran, dass eine ganze Generation von Behinderten in der Nazizeit systematisch ermordet worden ist und erst jetzt – auch aufgrund des medizinischen Fortschritts – die erste Generation von behinderten Menschen ins Rentenalter kommt. Es wurde erläutert, wie sich Einrichtungen wie St. Vincenz der „neuen" Zielgruppe stellen und wo Anknüpfungspunkte für die Vernetzung von Alten- und Behindertenarbeit sein könnten. Der Gedanke der inklusiven Gesellschaft, in der nicht mehr zwischen behindert und nichtbehindert getrennt wird, soll ein Leitbild für die Verbundstädte – und auch für das Ahlener SINN-Netzwerk – sein.

-mn-


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