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Vom Büchsenpfennig zum Sozialsystem
Viele Diskussionen mag es über unser heutiges Sozialsystem geben…… doch ein Blick zurück in die Vergangenheit zeigt, wie vor mehr als 750 Jahren alles anfing, was uns heute im Notfall absichert.
Als älteste Sozialversicherung der Welt hat die Knappschaft unser Sozialsystem geprägt wie kaum eine andere Institution. Im Jahr 2010 konnte sie auf ihr 750-jähriges Bestehen zurückblicken.
Alles begann mit der Sankt Johannis Bruderschaft, die am 28. Dezember 1260, erstmals urkundlich erwähnt wurde. Gegründet wurde sie am Rammelsberg bei Goslar….entstanden als Absicherung für erkrankte Bergleute und deren Familien. Es war somit die erste organisierte Fürsorge und der Anfang unserer heutigen Sozialsysteme.
Damals wurde der „Büchsenpfennig“ eingeführt, den die Bergarbeiter zunächst gelegentlich entrichteten und in eine Büchse warfen. Etwas später betrug der Solidarbeitrag ungefähr ein Prozent des Lohnes. Da die Arbeit in der Grube mit erheblichen Gefahren verbunden war, beschlossen die Bergleute, pro Monat einen Schichtlohn als „Büchsenpfennig“ zu entrichten. Diese Sozialkasse wurde vom Zech- und Bergmeister geführt. Sie halfen damit den Bedürftigen.
Die ersten Knappschaften, so nannte sich die Sozialkasse, waren durch die Bruderschaften religiöser Natur. Sie kümmerten sich auch um das Seelenheil der Kumpels. Mit der Industrialisierung entstanden daraus Versicherungsgesellschaften, so z.B. im Jahre 1770 der märkische Knappschaftsverein mit Sitz in Bochum. Dass im 19. Jahrhundert weitere Knappschaften entstanden, daran war Reichskanzler Otto von Bismarck maßgeblich beteiligt. Er schuf Arbeitsversicherungsgesetze, die eine Kranken-, Unfall-, Invaliditäts- und Altersversicherung einführten.
1969 wurde aus den ehemaligen Knappschaften die Bundesknappschaft. Inzwischen ist sie in die moderne Sozialversicherungsstruktur der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See eingegliedert.
-ct-