11 Stadtnetz Ahlen
Weihnachten
von Diakon Wolfgang Rüdiger Ahlen
Im weihnachtlichen Gespräch kann man immer wieder Kritik hören an der Art,
wie Weihnachten gefeiert wird.
Vieles, was um Weihnachten herum geschieht, hat wenig mit Weihnachten zu tun.
Einlenkend meint jemand: aber viele Menschen sind doch bereit, sich bei dieser Gelegenheit
zu erinnern.
Der Gedanke ist durchaus anregend. Wer sich erinnern will, hat in sich eine Sehnsucht,
die den Dingen und der Wahrheit auf den Grund kommen möchte.
Wenn wir Weihnachten feiern, dann beginnen wir tatsächlich mit dem Erinnern, aber wir öffnen auch immer wieder Türen, damit etwas geschehen kann, was wir nicht machen, was wir mit all unserer gut gemeinten und liebevollen Vorbereitung nicht schaffen können. Gott kommt, und es gibt ein bestimmtes Verhalten, wie wir auf dieses Kommen Gottes in unsere Welt, in unser Leben antworten. wir machen uns bereit.wir gehen auf seine Pläne ein, wir sagen ja zu seiner Nähe. Es gibt allerdings ein Verhalten, mit dem möchten Menschen das Kommen Gottes verhindern.
Die jüdische Literatur kennt eine geschichte vom Messias, der immer noch nicht gekommen ist.
Da erzählt jemand: Als ich neun Jahre alt war, weckte mich mein Vater, der Zaddik Mordechaj
von Czarnobyl, im Morgengrauen. er spannte die Pferde an. Wir bestiegen den Wagen und fuhren in
den Wald.Auf der Lichtung erblickte ich eine Laubhütte.
"Halte die Zügel", sagte mein Vater. Er betrat die Hütte und kam mit einem jungen Mann heraus.
Auf dem traurigen Antlitz des Mannes lag ein Leuchten. Gesammelt lauschte er den Worten
meines Vaters. "Bist du gewiss?" fragte er meinen Vater. Mein Vater erwiderte:
"Ich bin gewiss." und beide brachen in Tränen aus. Schließlich nahmen sie Abschied...
Wir fuhren ohne uns umzusehen. Ich fragte: "Vater, wer war dieser Mensch?" Mein Vater sagte:
"Der Messias. Es war der Messias, der Sohn Davids." "Was wolte er von dir?" "
Er hat gefragt, ob er schon kommen kann.
Ich musste ihm die schreckliche Wahrheit sagen: noch wartet niemand auf dich."
Das ist ein erschreckender Gedanke: dass der Messias nicht kommen kann, weil der Mensch
nicht auf ihn wartet. Aber wir können erleichtert aufatmen, denn Gott hat die Geschichte
anders geschrieben, weil er Menschen gefunden hat, die sich sehr wohl ansprechen ließen und die
Ja gesagt haben zu seinem Kommen als Mensch in diese Welt.
Als Christen feiern wir mit großer Freude Weihnachten und hören die Frohe Botschaft vom
Kommen Gottes in unsere Welt: "Fürchtet euch nicht: Euch ist der Retter geboren,