15 Stadtnetz Ahlen
Die Martinsgans

Der Martinstag, seit dem Jahre 650 ein kirchliches Fest, war bis ins 19. Jahrhundert nicht nur für Gänse ein wichtiger Termin im abendländischen Kalender.
Ähnlich wie zum Weihnachtsfest, so steigt auch zum Martinstag (11. November) die Sterblichkeit unserer Hausgänse dramatisch an….und das hat folgenden Hintergrund:
Mit der Barmherzigkeit des Heiligen Martin hat es eigentlich recht wenig zu tun.
Am 12. November beginnt die 40-tägige vorweihnachtliche Fastenzeit, deshalb war am Martinstag noch einmal Gelegenheit, ausgelassen zu feiern…….daraus wurde auch der Beginn der Karnevalszeit.
An Martini endete darüber hinaus damals das alte und begann das neue Wirtschaftsjahr. Der Erntesommer war vorüber. Fällig wurden jetzt die jährlichen Leistungen für Pacht und Steuern, früher in Form von Naturalien…..oftmals war es Geflügel. Die Arbeitsverträge des Gesindes liefen aus, die Knechte und Mägde erhielten ihren Lohn. Außerdem wurden sie bei ihrem Weggang mit einer Gans beschenkt.
Warum man gerade Gänse auswählte……dafür gibt es mehrere Legenden
Der Gans wurden Heilkräfte nachgesagt…..so z.B. sollte ihr Blut Fieber senken und ihr Fett bei Gichtleiden helfen.
Eine andere Legende erzählt, dass sich der bescheidene Mönch Martin im Jahr 371 in einem Gänsestall versteckt hielt, als er zum Bischof geweiht werden sollte. Schnatternde Gänse verrieten das Versteck und Martin wurde zum Bischof bestellt.
Eigentlich sollte man froh darüber gewesen sein….ohne diesen lautstarken Tipp wäre der Kirche ein qualifizierter und beliebter Bischof entgangen….
….doch was macht man? …..als Vergeltung werden nun am Martinstag unschuldige Gänse für den Verrat in den Backofen gesteckt!
-ct-
<<zurück