Aktuelles
Aktuelles
Wieder Freude am Essen
Kein Appetit – Wer zu wenig isst und trinkt, schwächt sein Immunsystem und baut Muskeln ab. Ältere sollten rechtzeitig gegensteuern.
Die 95-jährige Seniorin lebt allein in ihrer Wohnung.
Zweimal in der Woche hilft ihr ein Zivi.
"Ich gehe täglich raus, trinke und koche, was mir schmeckt", verrät die Witwe.
Ihr Allgemeinzustand ist topfit.
Jeder zehnte Senior betroffen
Alle Altersgenossen können das nicht von sich behaupten. Viele jüngere Senioren haben Übergewicht, bei den älteren Menschen kann Mangelernährung zum Problem werden. Es wird nicht nur sehr oft das Falsche gegessen, sondern oft einfach zu wenig.
Müdigkeit, Kopfschmerzen, körperliche Schwäche oder Zittern werden als typische "Alterserscheinigungen" angesehen. Meistens ist dafür Mangelernährung ausschlaggebend.
Ca. 1,6 Millionen Deutsche über 60 sind betroffen.
Die Hauptursache für Mangelernährung: Fehlender Appetit. Senioren fühlen sich schneller und länger satt, da der Magen weniger dehnbar und sich langsamer entleert. Fünf bis sechs kleine Mahlzeiten statt drei große Mahlzeiten empfehlen Ernährungsexperten.
Das Essen verliert an Reiz, wenn sich das Geruchsempfinden verändert, die Augen nicht mehr so wollen und das Hörvermögen nachlässt.
Geschmackspapillen für "sauer" und "bitter" dominieren gegenüber denen für "süß" und "salzig". Ältere bevorzugen deshalb besonders Süßes und stark Gesalzenes.
Bei Kauproblemen greift man dann gerne zu Pudding und Tütensuppen.
Kräuter locken den Speichel
Die Alternative: buntes Gemüse der Saison, verfeinert mit frischen Kräutern und Gewürzen. Sie locken den Speichel und regen die Durchblutung der Schleimhaut in Magen und Darm an und machen Appetit.
Sitzt die Prothese nicht richtig oder ist die Schleimhaut entzündet, muß behandelt werden. Gebißträgern werden halbjährliche Kontrollbesuche angeraten. Praxisgebühr entfällt in diesem Fall.
Schlecht eingestellter Diabetes oder Medikamente können zu Mundtrockenheit führen. Bei Drosselung der Speichelproduktion, weil Flüssigkeit fehlt, ist es ratsam, ausreichend zu trinken. Vielen Älteren fällt das schwer, da mit den Jahren auch das Durstempfinden nachlässt. Hier hilft: "Einen über den Durst zu trinken".
Außerdem täglich frisches Obst, Gemüse und zwischendurch auch einen Joghurt essen.
Sturzrisiko steigt
Wenn Durst und Appetit nachlassen sollten genug Vitamine auf dem Speiseplan stehen. Regelmäßig gehört Fisch mit gesunden Omega-3-Fettsäuren auf den Tisch. Fehlende Ballaststoffe verändern den Ernährungszustand mit fatalen Folgen. Die körperlichen Abwehrkräfte reagieren empfindlich auf Nährstoffdefizite, der Körper wird anfälliger für Krankheiten, besonders Harnwegsinfekte und Lungenentzündungen. Das Sturzrisiko steigt mit abnehmender Muskelmasse.
Das macht wieder Appetit
Mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilen.
Nicht an Gewürzen und frischen Kräutern sparen.
Buntes Gemüse und Obst machen Lust aufs Essen.
Die tägliche Flüssigkeitsration, Kräuter- und Früchtetees, Mineralwasser und verdünnte Obst- und Gemüsesäfte, sollte in ausreichendem Maße getrunken werden.
Weißkohl durch Brokkoli, Apfel oder Orange durch Banane oder Birne, Brot durch Vollkorn, Schnitzel durch Hackfleisch und Geflügel durch Fisch ersetzen.
Ein schön gedeckter Tisch, schönes Geschirr, frische Blumen und Kerzen sorgen für Atmosphäre.
Freunde zum gemeinsamen Dinner einladen.
Artischockenpräparate regen die Appetit und Magentätigkeit an. Täglich ausgiebig spazieren gehen und im Freien Sport treiben.
08.06.2009
-hm/hm-
Kategorie: Aktuelles