Sie sind hier: Startseite » Pflege/Wohnen

Pflege/Wohnen

Pflege- und Wohnberatung in Ahlen

Bei zunehmendem Hilfebedarf wünschen sich die meisten Menschen, in ihrer vertrauten Wohnung bleiben zu können. In diesen Fällen kann eine Pflege- und Wohnberatung erhebliche Erleichterungen für die Pflegebedürftigen wie für die HelferInnen schaffen.

Die Pflegeberatung berät Sie kostenlos und neutral, z.B. über die Hilfen und Dienste vor Ort, Leistungsansprüche gegenüber Kranken- und Pflegekassen und Beantragung von Wohnungsanpassungsmaßnahmen. Der Verein Alter und Soziales e.V. nimmt im Auftrag des Kreises Warendorf die Beratung in Ahlen wahr. 

Die Beratungsstelle finden Sie in der Nebenstelle des Gesundheitsamtes des Kreises Warendorf in Ahlen, Von-Geismar-Straße 12.

Sprechstunden:

Dienstags:    14:00 - 17:00 Uhr
Donnerstags: 09:00 - 12:00 Uhr

Ihr Ansprechpartner ist
Martin Kamps, Verein Alter und Soziales e.V.
Telefon: 0 25 81 - 53 50 29
Fax:      0 25 81 - 53 50 96
E-Mail: martin.kamps(at)kreis-warendorf.de

Unter bestimmten Voraussetzungen bietet der Verein Alter und Soziales e.V. darüber hinaus Pflege- und Wohnberatung im Auftrag einiger Pflegekassen an. Bitte erkundigen Sie sich bei Martin Kamps, auch erreichbar beim Verein unter der Telefonnummer 02382-4090; martin.kamps(at)alter-und-soziales.de.

Beim Verein finden Sie zudem Gruppenangebote wie den Angehörigentreff Alzheimerkranker und die Schlaganfallinitiative Ahlen e.V. sowie Vorträge und Informationsveranstaltungen.
Die Pflege- und Wohnberatung des Vereins arbeitet eng mit dem Demenz-Servicezentrum Münsterland in Trägerschaft der Alzheimer Gesellschaft im Kreis Warendorf e.V. zusammen.

Die vollständigen Informationen zur Pflege- und Wohnberatung einschließlich zahlreicher weiterer Informationsmaterialien finden Sie hier.

Die Pflege- und Wohnberatung des Vereins "Alter und Soziales e.V."

bietet Ihnen kostenlose und neutrale Information und Beratung zu

  • Hilfsmitteln und Wohnungsanpassungen
  • Angeboten und deren Finanzierung für hilfe- und pflegebedürftige Menschen und deren Angehörigen
  • Leistungen der Pflegeversicherung und anderen finanziellen Hilfen
  • Umgang mit Menschen mit Demenz
  • Unterstützung bei der Antragstellung an Kranken- bzw. Pflegekassen
  • Suche nach einem Kurzzeitpflege- oder Heimplatz
  • Organisation der häuslichen Pflege
  • Beratung und Gruppenangebote:
  • Angehörigentreff Alzheimerkranker
  • Schlaganfall-Initiative Ahlen e.V.
  • Vorträge und Informationsveranstaltungen

Wohnen im Alter

Unter dem Titel "Wohnen im Alter in Gemeinschaft und Sicherheit" wurde 2012 das neue Integrierte Handlungskonzept des Vereins Alter und Soziales e.V. und der Stadt Ahlen erstellt.

Unser ausführliches Handlungskonzept zum "Wohnen im Alter mit Gemeinschaft und Sicherheit" finden Sie hier.

Ausgangslage und Problemstellung

In Ahlen wird seit 1992 intensiv an der Optimierung des ambulanten Versorgungssystems für ältere hilfe- und pflegebedürftige Menschen gearbeitet.

Neben dem Auf- und Ausbau von innovativen und bedarfsgerechten Angeboten stehen die Vernetzung und die Zusammenarbeit der Dienste und Einrichtungen im Mittelpunkt der Arbeit. Um diese auch strukturell abzusichern, gründeten die TrägerInnen von gesundheitlichen und sozialen Diensten und die Stadt Ahlen den Verein Alter und Soziales e.V. Dieser führt zahlreiche Modellprojekte durch, hier werden Leitlinien für die Weiterentwicklung des Hilfesystems vereinbart und Sozialplanung vorgenommen.

Nun soll das Postulat „ambulant vor stationär“ auch auf das Wohnangebot für hilfe- und pflegebedürftige Menschen übertragen werden. Da Ahlen relativ wenige Heimplätze aufweist, treten InvestorInnen aus dem gesamten Bundesgebiet an die Stadt Ahlen heran, um eine weitere Einrichtung mit 80 Plätzen zu errichten. Diese Vorhaben entsprechen allerdings nicht der Philosophie der Ahlener Seniorenarbeit. Vielmehr sollen Wohnalternativen entstehen, die für die verschiedenen Bedarfslagen passgenaue Lösungen bieten und möglichst lang eine selbstständige Lebensführung ermöglichen.

Lösungsansatz und Ziele

Um die Errichtung von Wohnprojekten anzuregen und um InvestorInnen sowie BetreiberInnen verständlich zu machen, welche Entwicklungen in Ahlen gewünscht und unterstützt werden (und welche auch nicht!), hat der Verein, gefördert vom Kuratorium Deutsche Altershilfe, mit der Stadt zusammen ein Handlungskonzept aufgestellt, das neben Zahlen, Daten und Fakten auch fachlich-inhaltlich Ziele vorgibt. Grundlage hierfür war ein partizipativer Prozess mit BürgerInnen, lokalen Diensten, Politik und Fachleuten, in dessen Verlauf die Wünsche und Vorstellungen der Beteiligten erfasst und ausgewertet wurden.

Dezentral in den Stadtteilen sollen ausdifferenzierte Wohnalternativen entstehen, die mit Angeboten der sozialen Teilhabe verknüpft sind. Konkret: Projektiert sind sog. Quartierszentren, die barrierefreies Wohnen, betreutes Wohnen und Pflegewohnen sowie Wohnangebote für Menschen mit Demenz verknüpfen. In den Zentren finden zudem Beratung - wie z.B. die Wohn- und Pflegeberatung - und nachbarschaftlichen Hilfen statt. Die Quartierszentren strahlen so Sicherheit und Gemeinschaft in die umliegende Wohnbereiche, insbesondere in die Senioren- und Pflegehaushalte aus. Ergänzt werden die Zentren durch weitere Wohnprojekte in der Stadt.

Voraussetzung für ein Gelingen ist im Umsetzungsprozess eine enge Zusammenarbeit zwischen der kommunalen Sozial-, Stadtentwicklungs- und Bauleitplanung. Die Sozialplanung ist ohne die Unterstützung der Bauverwaltung ein „zahnloser Tiger“ und ohne Steuerungsinstrumente, da in Nordrhein-Westfalen für den Neubau von Pflegeeinrichtungen keine Bedarfsplanungen mehr vorgenommen werden.

Fazit:

Nachdem die Vorstellungen zu den Quartierszentren breit kommuniziert wurden, ist die Resonanz erstaunlich. Nicht nur die bestehenden stationären Einrichtungen wollen sich in diesem Sinne weiterentwickeln, sondern zunehmend kommen InvestorInnen, ArchitektInnen und BetreiberInnen, die an der Verwirklichung des Handlungskonzeptes mitwirken werden. Im politischen Raum wird das Konzept positiv begleitet, erste Projekte nehmen bereits konkrete Formen an.

Die klare Position der Stadtverwaltung, der Politik und der Träger im Versorgungssystem bietet den Unternehmen der Pflege- und Bauwirtschaft eine gute Orientierung und Hilfestellung bei der Konzeptionierung eigener Vorhaben.

Betrachtung zum Wohnen im Alter und Quartierszentren aus Sicht kommunaler Sozialplanung

1. Weitblick und Wünsche – nahe an dem Menschen planen

Natürlich ist es zunächst attraktiv: Eine innerstädtische Brache wird mit einer 80 Betten-Einrichtung bebaut, Arbeitsplätze geschaffen und auf einen Schlag vermeintlich der zunehmende Pflegebedarf gedeckt. Das Risiko tragen die BetreiberInnen und InvestorInnen – der Markt wird es richten.

Dem kurzfristigen Erfolg stehen zwei Argumente entgegen:

  • die BürgerInnen wünschen sich im Alter eine soziale und pflegerische Infrastruktur und eine Wohnsituation, die sie bei dem Erhalt ihrer Selbstständigkeit im gewohnten Umfeld unterstützt, d.h. die Menschen suchen nach ambulanten Alternativen zum Heim
  • Hilfe- und Pflegebedarf ist sehr differenziert; die Angebote müssen eine Unter- wie eine Überversorgung der Menschen vermeiden. In vielen Fällen lässt sich durch eine ausdifferenzierte Angebotspalette eine ambulante, individuelle Lösung herstellen, die letztlich die Pflegekassen und meist auch den Sozialhilfeträger entlastet.

Wohnprojekte und Quartierszentren sind von ihrer Struktur und Konzeption geeignet, dem Wunsch der SeniorInnen zu entsprechen: kleinräumig, dezentral und gemeinwesenorientiert stellen sie die älteren Menschen ganzheitlich in den Mittelpunkt. Durch die Einbindung des Ehrenamtes werden die Einrichtungen in die Nachbarschaft verankert.

2. Agieren statt reagieren - ermöglichen statt verhindern

Eine Kommune tut gut daran, sich in die Entwicklung des Wohnraums für Ältere steuernd und initiierend einzubringen. Im Rahmen der Daseinsvorsorge, der Versorgungsgerechtigkeit und -sicherheit ist es Ziel, den EinwohnerInnen in allen Stadtteilen und auch kleineren Vororten wohnortnahe Angebote für ein langes Leben in Selbstständigkeit bereitzustellen. Dem Markt überlassen heißt, es dem Investorinteresse anheim zustellen, wo etwas neu entsteht.

Die Kommune kann ihre Vorstellungen zum Thema Wohnen im Alter im Gespräch mit den BürgerInnen und Fachleuten vor Ort erarbeiten und erreicht damit zwei Effekte:

  • Unternehmen der Bau- und Pflegewirtschaft erkennen deutlich, was in dem Gemeinwesen fehlt und gebraucht wird und somit erfolgversprechend ist
  • Projekte können an ausgewählten Standorten initiiert werden, Unternehmen gezielt angesprochen und für einen Investment gewonnen werden.

3. Enge Kooperation von Sozial- und Bauleitplanung für mehr Gestaltungseinfluss

In Nordrhein-Westfalen ist die Pflegebedarfsplanung abgeschafft und durch „Marktbeobachtung“ abgelöst worden. Wird nun ein Heimprojekt an die Kommune herangetragen, so ist die Sozialplanung machtlos, wenn sie sich nicht der Instrumente der Bauleitplanung bedienen kann. Für eine aktive Gestaltung des Wohnangebotes für Ältere bedarf es in der Kommune einer engen Zusammenarbeit zwischen Sozialplanung und Bauverwaltung für den Umgang mit den Projekten, die gewünscht oder auch unerwünscht sind.

4. Vernetzung und Zusammenarbeit für mehr Wertschöpfung

Auch wenn der hilfe- oder pflegebedürftige Mensch eine für sich passende Wohnung gefunden hat, so benötigt er i.d.R. eine Vielzahl von weiteren Hilfen und Angeboten bis der Alltag reibungslos läuft und die Häuslichkeit nachhaltig gesichert ist. Um ein bedarfsgerechtes Hilfearrangement rund um das Wohnen zu schaffen, ist zur Nutzung der Angebotsvielfalt eine qualifizierte Beratung, z.B. in einem Quartierszentrum, erforderlich. Daher ist es Aufgabe der Sozialplanung

  • die Errichtung von Wohnangeboten anzuregen und den Umsetzungsprozess zu begleiten
  • ergänzende Hilfen und Angebote zu initiieren, Versorgungslücken zu schließen und die Dienste zu vernetzten sowie Transparenz herzustellen (Care Management)
  • für eine qualifizierte Pflege- und Wohnberatung zu sorgen, die neben Informationen und Beratung auch Einzelfallhilfe (Case Management) anbietet
  • Kommunikation und Teilhabe zu ermöglichen.

Unser ausführliches Handlungskonzept zum "Wohnen im Alter mit Gemeinschaft und Sicherheit" finden Sie hier.

-uw-