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Arbeitsschwerpunkte und Praxisbeispiele

Leitstelle Älter werden in Ahlen – Arbeitsschwerpunkte und Praxisbeispiele


Die Leitstelle Älter werden in Ahlen ist zuständig für die Absicherung und Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen in der Stadt Ahlen. Mit diesem übergreifenden Ziel arbeitet sie mit den älteren  Menschen selbst sowie den TrägerInnen und MitarbeiterInnen der Pflegehilfe  und sozialen Seniorenarbeit auf der Grundlage des „Integrierten Handlungskonzeptes“ zusammen. Neben der Moderation der Arbeitsprozesse
übernimmt die Leitstelle die Konzepterstellung und Mittelakquise für Projekte
sowie die Steuerung deren Umsetzung. Die Leitstelle ist Geschäftsführerin des
Vereins „Alter und Soziales e.V.“, in dem 13 Träger sozialer und gesundheitlicher Dienste in Ahlen vereint sind und in dem gemeinsam an der Weiterentwicklung der Pflegehilfe und Seniorenarbeit in Ahlen gearbeitet wird.

Die Sozialplanung in der Leitstelle verfolgt zwei zentrale Aufgabenschwerpunkte:


a) Verbesserung der Lebensqualität Hilfe- und Pflegebedürftiger
b) Weiterentwicklung der gemeinwesenorientierten Seniorenarbeit zur Unterstützung der sozialen Teilhabe und Ausbau des ehrenamtlichen Engagements älterer Menschen.

 

a) Die wichtigsten Aufgaben zur Verbesserung der Lebensqualität Hilfe- und Pflegebedürftiger sieht die Leitstelle in:


1. Koordination und Kooperation der Angebote und Dienste im Versorgungssystem
Beispiel: Über den Verein Alter und Soziales e.V. sind die Geschäftsführungen der Dienste und TrägerInnen miteinander vernetzt, dort werden richtungsgebende Entscheidungen getroffen, Ziele abgestimmt und Maßnahmen geplant und auf den Weg gebracht. Auf der Ebene des „Marktes“ treffen sich die PraktikerInnen und ExpertInnen in Arbeitsgruppen, wie z.B. in der Arbeitsgruppe Pflegeversicherung oder Arbeitsgemeinschaft der Pflegedienste. Sie werden durch den Pflege- und Wohnberater moderiert (s.u.) und klären Fragen der Zusammenarbeit, entwickeln Verfahren und Methoden zur Verbesserung der Zusammenarbeit untereinander und z.B. mit dem Kreis.


2. Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen Pflege- und Wohnberatung
Beispiel: Die KAA-Pflege- und Wohnberatung leistet einerseits eine qualitätsgesicherte Pflege- und Wohnberatung und koordiniert die AnbieterInnen in dem Versorgungssystem über verschiedene Arbeitskreise und Gremien (s.o.). Von 1993 bis Mitte 2007 ist die Beratungsstelle aus Modellprojektmittel des Bundesgesundheitsministeriums und später durch die Spitzenverbände der Pflegekassen finanziert worden. Ab 2007 wird die Beratungsleistung im Rahmen von Fachleistungsstunden mit dem Sozialhilfeträger, dem Kreis Warendorf abgerechnet. Auch mit den Pflegekassen ist die Abrechnung von Beratung vereinbart. Im Jahr 2010 verändert sich dieses Angebot durch die Eröffnung des Pflegestützpunkten, in dem die KAA-Pflege- und Wohnberatung mitarbeiten wird.


3. Bedarfsgerechte Weiterentwicklung des ambulanten, teilstationären und
stationären Versorgungsangebote
Beispiel: Insbesondere im Bereich der Versorgung Demenzerkrankter und im Bereich des Wohnens bei zunehmenden Pflegebedarf wird derzeit an neuen Konzepten gearbeitet.
Durch das Landesmodellprojekt „Demenz-Serviezentrum Münsterland“
mit Sitz in Ahlen werden neuen Unterstützungsangebote für Demenzerkrankte und deren Angehörigen aufgebaut. Der Ausbau der stationären Wohn- und Pflegeangebote wird in Ahlen mit umfangreichen Beteiligungsprozessen begleitet, an denen die Fachwelt über den Verein, die lokale Politik über eine gemeinsame Ausschusssitzung des Sozial- und des Stadtentwicklungsausschusses sowie die BürgerInnen über öffentliche Debatten und Arbeitsgruppenbildung einbezogen wurde und wird.

 

b) Die wichtigsten Aufgaben in der gemeinwesenorientierten Seniorenarbeit sieht die Leitstelle in:


1. Gemeinsame Arbeit mit den in der Seniorenarbeit tätigen
Ehren- und Hauptamtlichen zu Themen wie soziale Teilhabe, Angebotsformen
und –entwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Zusammenarbeit und Selbstverständnis
Beispiel: „Treffpunkteprojekt“ – Zusammenarbeit aller Treffpunkte und Begegnungsstätten mit den Zielen der „Angebotsentwicklung, Vernetzung und Imageveränderung der Treffpunkte“; Zwischenergebnis: Aufbau eines trägerübergreifenden Gruppennetzwerkes „SINN-aktiv-Gruppen" in sechs Treffpunkten, Kooperation mit VHS zu Veranstaltung von Kursen in den Treffpunkten, intensive Öffentlichkeitsarbeit, Workshops mit Verantwortlichen der Treffpunkte u.a.m.


2. Aufbau und Unterstützung von tragfähigen Strukturen für Selbstorganisation, Transparenz und Vernetzung der Angebote der Seniorenarbeit in unserer Stadt sowie Ehrenamtsförderung
Beispiel: „SINN - Senioren In Neuen Netzwerken“ als stadtumfassender Verbund der Seniorenarbeit: „SINN-Konferenz“ – Zusammenkunft aller in der Seniorenarbeit tätigen Gruppen und interessierter BürgerInnen zur Planung und Weiterentwicklung der Seniorenarbeit;


3. Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements und von beispielgebenden
Maßnahmen für Selbstorganisation und Selbsthilfe; Schaffung von Kommunikationsräumen und Unterstützung des synergetischen Einsatzes von Ressourcen
Beispiele:“ Mittrops Spieker“ als selbstverwalteter Treffpunkt mit Selbstverwaltungsgremium „Hausrat“; „LernNet“ als Kooperationsprojekt von 4 Senioreninternetcafes mit ausschl. ehrenamtlichen KursleiterInnen, Computerclub, Newsletter, Meetingpoint, Foto-AG; „SINN-Treff"- eine anlaufstelle für bürgerschaftliches Engagement

4. Themenübergreifende Querschnittsaufgaben entsprechend der inhaltlichen Arbeit gemeinsam mit anderen umsetzen – dies sind
- Öffentlichkeitsarbeit
- Beratung
- Bildung und Qualifizierung
- Qualitätsentwicklung.
Beispiel: „www.senioren-ahlen.de“ lokale Internetplattform für Information, Kommunikation und Dienstleistung zum Mitmachen, Pflege durch das ehrenamtliche Redaktionsteam, steht für alle PartnerInnen im SINN-Netzwerk zur Verfügung; ebenso der Newsletter (400 Abos) und der Veranstaltungskalender, der auch von einem Ehrenamtlichen gepflegt wird. Zwischenergebnis: Aufbau seit 2003, 2005 durchschnittlich 40.000 Klicks im Monat, über 80.000 in der Spitze.