SINN Netzwerk
- 1 SINN-Netzwerk.
- 2 Das Ahlener System.
- 3 Leitstelle Älter werden in Ahlen.
- 3.1 Arbeitschwerpunkte .
- 3.2 Veröffentlichungen.
- 3.3 Vorträge und Präsentationen.
- 3.4 Leitstelle - Rückblick, Ziele und Aufgaben.
- 3.5 Praktikumsplatz frei.
- 4 Verein Alter und Soziales e.V..
- 5 FdaG.
- 6 Integriertes Handlungskonzept.
- 7 Modellprojekte.
- 8 Abgeschlossene Projekte.
- 9 Auszeichnungen und Preise.
- 10 Downloads.
Leitstelle - Rückblick, Ziele, Aufgaben
Leitstelle Älter werden in Ahlen - Rückblick, Ziele und Aufgaben
Die Stadt Ahlen betreibt seit 1990 mit der Verabschiedung des ersten Ahlener Altenhilfeplanes eine intensive Sozialplanung für ältere Menschen. Zur Umsetzung der Empfehlungen des Planes wurde die „Koordinierungsstelle Älter werden in Ahlen“ eingerichtet, die 1998 in „Leitstelle Älter werden in Ahlen“ umbenannt wurde.
Ziele der Arbeit der Leitstelle und der kommunalen Sozialplanung
Die Leitstelle hat die Aufgabe Entwicklungen, Probleme und Bedarfsveränderungen in Bereich der Pflegehilfen und der Seniorenarbeit zu erkennen und zu lösungsorientiert zu bearbeiten. Mit dem Ziel, die Lebenssituation älterer Menschen abzusichern und zu verbessern, erstellt die Leitstelle im Rahmen der Sozialplanung in Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden u.a.m. konkrete und abgestimmte Handlungskonzepte und verfolgt deren Umsetzung.
Die Planungsprozesse und Maßnahmen orientieren sich maßgeblich an dem sozialpolitischen Postulat „ambulant vor stationär“, das den Menschen unabhängig von ihren sozialen, gesundheitlichen oder finanziellen Bedingungen ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Häuslichkeit ermöglichen will. Der Erreichung dieses Ziel dienen sowohl der Aufbau von Angeboten und Diensten im Bereich der Pflege und Betreuung, sowie auch die Unterstützung der sozialen Teilhabe und sinnerfüllender Lebensgestaltung durch z.B. bürgerschaftliches Engagement. Zudem übernimmt die Leitstelle die Moderation des SINN-Netzwerkes – Senioren In Neuen Netzwerken, in dem über 150 Projekte, Angebote und Dienste zusammenarbeiten und die Förderung des Ehrenamtes der Menschen im Alter 50+.
Leitstelle und ihre Arbeitsbezüge in der Stadt Ahlen im Ahlener System und dem SINN-Netzwerk
Die Mitarbeiterin der kommunalen Leitstelle ist der Leitung der Abteilung Jugend- und Soziales direkt unterstellt. In der Leitstelle sind außerdem regelmäßig PraktikantInnen zumeist von der Universität Münster aus dem Studiengang Diplom – Pädagogik beschäftigt. Dazu kommen studentische Honorarkräfte, die in den kleineren sozialen Projekten eingesetzt werden.
Die Mitarbeiterin der „Leitstelle Älter werden in Ahlen“ ist als Geschäftsführerin im dem Verein Alter und Soziales e.V. tätig, einem Verein, dem die Wohlfahrtsverbände und weitere AnbieterInnen aus dem Gesundheits- Bildungs- und Pflegesektor angehören.
Dieses Gremium ist einerseits eine Unterstützung der kommunalen Sozialplanung, da die Vereinsmitglieder ihre Erfahrungen, Kenntnisse und Fachlichkeiten sowie Ressourcen in den gemeinsamen Arbeitsprozess zur Weiterentwicklung der Pflegehilfe und Seniorenarbeit einbringen.
Zu anderen ist der Verein Träger zahlreicher Modellprojekte, die von Landes- oder Bundesministerien, Stiftungen oder Verbänden gefördert werden. Die gemeinsam vom Verein getragenen Modellprojekte werden durch Projekte einzelner Vereinsmitglieder ergänzt. Um die Effektivität der einzelnen Vorhaben zu erhöhen, werden Projekte in Projektnetzen zusammengefasst, die dann gemeinsam an zuvor vereinbarten Zielen arbeiten.
Die Struktur der Zusammenarbeit der Stadt Ahlen mit der kommunalen Leitstelle, dem Verein Alter und Soziales e.V. und den vom Verein getragenen Projekten wird „Ahlener System“ genannt. Diese Konfiguration der PartnerInnen in der Pfelgehilfe und Seniorenarbeit hat sich über die Jahre als sehr flexibel, ergebnisreich und effizient erwiesen.
Die Leitstelle übernimmt die Moderation und fachlich-inhaltliche Gestaltung der Planungsprozesse, die in enger Abstimmung mit den Vereinsmitgliedern stattfinden. Insbesondere übernimmt sie auch die Mittelakquise für die Planungsvorhaben. In der Funktion als Geschäftsführerin ist die Leitstelle außerdem zuständig für die sowohl inhaltlich-fachliche, wie auch die korrekte verwaltungstechnische Umsetzung der Modellprojekte und Einarbeitung sowie Beschäftigung der überwiegend modellfinanzierten MitarbeiterInnen des Vereins.
Die Leitstelle verfügt über keine städtischen Haushaltmittel; alle Projekte sowie weitere MitarbeiterInnen oder Honorarkräfte werden durch die von ihr betriebenen Mittelakquise finanziert.
Außerdem ist die Leitstelle zuständig für die Moderation des SINN-Netzwerkes, indem sie die Aktiven zum Austausch zusammenführt und neue Impulse in das Netzwerk eingibt. Zudem fördert sie bürgerschaftliches Engagement durch den Aufbau unterstützender Infrastrukturen, Mittelakquise und die Organisation von Fortbildungen.
Inhaltlich-fachliche Grundlage der Sozialplanung
Maßgebend für die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen ist das "Integrierte Handlungskonzept zur Verbesserung und Absicherung der Lebenssituation älterer Menschen in Ahlen", das in Verantwortung der Leitstelle erstellt wird. Es wurde erstmals im März 1999 und fortgeschrieben im Jahre 2004 als abgestimmte Grundlage für die Arbeit im Verein verabschiedet hat.
Konkrete Aufgabenstellung und Themenfelder der Leitstelle
Mit Blick auf die Modellprojekte aus den Bereichen der Pflegehilfe, Seniorenarbeit und Ehrenamtsförderung umfassen die konkreten Aufgaben der Leitstelle die folgenden Tätigkeiten:
- Durchführung von Sozialplanungsverfahren zur Erhebung von Bedarf und Entwicklung von Zielen, Maßnahmen, Handlungsempfehlungen und Problemlösungen
- Erstellung von Projektkonzepten entsprechend zuvor erhobener Bedarfe unter Beteiligung von KooperationspartnerInnen auf der Grundlage des „Integrierten Handlungskonzeptes“
- Kontaktaufnahme und -pflege zu den Fördergebern wie Ministerien, Stiftungen etc. und Akquise der Fördermittel
- leitendes Projektmanagement für die Modellmaßnahmen in der Trägerschaft des Vereins Alter und Soziales e.V. oder der Stadt Ahlen
- Aufbau, Organisationsentwicklung und Management von Projekten
- (Zwischen-) Präsentation der Modellergebnisse
- finanztechnische Abwicklung der Fördermittel und Sozialberichterstattung in verschiedenen Gremien der Stadt, der Fachwelt und der Fördergeber.
Nach der Beendigung der Modellprojektlaufzeit geht es der Leitstelle darum Leistungsbestandteile der Projekte in eine Regelfinanzierung zu überführen. Dazu führt sie Verhandlungen mit KostenträgerInnen und betreibt die entsprechende Organisationsentwicklung.
Inhaltlich orientieren sich die Modellprojekte an zwei zentralen Aufgabenstellungen:
- Verbesserung der Lebensqualität Hilfe- und Pflegebedürftiger
- Unterstützung und Ausbau der sozialen Teilhabe und des ehrenamtlichen Engagements älterer Menschen.
Die Leitstelle vertritt die Belange älterer Menschen zudem bei kommunalen Planungsvorhaben, wie z.B. der Stadtentwicklungsplanung. Eine wichtige Schnittmenge stellt hier die Thematik „Wohnen im Alter“ und dabei insbesondere die Umsetzung von innovativen Wohnprojekten und die bedarfsgerechte Weiterentwicklung des stationären Sektors dar.
Außerdem begleitet die Leitstelle den "Mittrops Spieker - selbstverwalteter Treffpunkt für Jung und Alt“, der mit einem sehr innovativen Nutzungs- und Selbstverwaltungskonzept arbeitet.
Das Themenfeld „Neue Medien und SeniorInnen“ nimmt in der Ahlener Sozialplanung einen hohen Stellenwert ein. Ein umfassendes Angebot zum „lebenslangen Lernen“ und anregender Geselligkeit sowie bürgerschaftlichem Engagement ist unter der Moderation der Leitstelle mit dem Titel „LernNet Ahlen“ entstanden. Ausdruck findet diese Arbeit in der homepage www.senioren-ahlen.de, die von einem ehrenamtlichen Redaktionsteam gepflegt wird und die mit in der Spitze von über 80.000 Klicks monatlich eine deutliche Akzeptanz erfährt. Der Informationsfluss wird zudem durch einen täglich erscheinenden Newsletter eines ehrenamtlichen Redakteurs und zahlreiche Flyer, Pressearbeit und die zweimal jährlich stattfindende SINN-Konferenz geleistet.
Abgestimmte Arbeit in Projektnetzen erhöht die Wirkungskraft der einzelnen Maßnahmen
Die seit 1993 projektorientierte Arbeit mit dem Schwerpunkt Hilfs- und Pflegebedürftigkeit wird seit 2003 ergänzt um das Thema "Bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen für das Gemeinwesen". Diese Entwicklung findet auch ihren Ausdruck in der Weiterentwicklung des Projektnetzes I "Pflege - Beratung - Betreuung" (1996 bis 1999) über das Projektnetz II "Pflege - Beratung - bürgerschaftliches Engagement" (2000 bis 2006) hin zum Projektnetz III „engagiert - füreinander - miteinander“ (ab 2006 bis voraussichtlich 2011).
Unter dem Titel „engagiert - füreinander - miteinander“ werden in dem aktuellen Projektnetz III verschiedene Projekte, Initiativen und Maßnahmen entwickelt und durchgeführt, die aus ihren unterschiedlichen Perspektiven eine gemeinsame Zielstellung verfolgen. Bis auf das Projekt zur Verbesserung der Angebotsstruktur für pflegebedürftige Kinder auf der Grundlage von zuvor in der Altenhilfe durchgeführten Verfahren, geht es in diesem Projektnetz III im Wesentlichen darum, für älter werdende Menschen eine hohe Lebensqualität bis zum Lebensende zu erreichen und zu sichern. Das Ahlener Gemeinwesen wird in diesem Projektnetz von den Bürgerinnen und Bürgern und den TrägerInnen sozialer und gesundheitlicher Dienste und Angebote so gestaltet, dass eine vielfältige Angebotspalette für die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse im Alter entsteht. So werden einerseits sinnvolle Tätigkeitsfelder für Menschen aufgebaut, die sich für andere engagieren möchten, andererseits Versorgungs- und Betreuungsangebote für diejenigen bereitgestellt, die auf die Hilfe und Unterstützung anderer angewiesen sind.
Das ehrenamtliche Engagement wird dabei von hauptamtlichen Strukturen gestützt und durch Netzwerke und Anlaufstellen gefördert.
Hinsichtlich des in der Ahlener Sozialplanung durchgängigen Leitziels „ambulant vor stationär“ ermöglicht der Projektnetz III einen weiteren Ausbau des komplementären (pflegeergänzenden) Systems durch neue sozialkommunikative, z.T. intergenerative Angebote sowie durch die Entwicklung pflegepräventiver, interdisziplinärer Maßnahmen.
Fazit
Dass die Leitstelle in Zusammenarbeit mit dem Verein Alter und Soziales e.V. durch die projektorientierte Seniorenarbeit und Pflegehilfe der letzten 13 Jahre in Ahlen sehr erfolgreich war, zeigt nicht nur die Resonanz in der Zielgruppe der Menschen über 50 und die Qualität der Zusammenarbeit der Anbieter und Träger.
Die finanzielle Unterstützung der Arbeit durch die verschiedenen FördergeberInnen ermöglicht eine Bandbreite und Qualität der Arbeit, die ohne diese Mittelakquise nicht möglich wäre. Zudem profitieren die einzelnen Projekte von dem Netzwerk, da sie sich gegenseitig unterstützen und fördern.
Weitere Infos hierzu in den Rubriken.
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Stand: 26.03.2010